Kirchenführer St. Marien

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Rundblick durch die Kirche

Wie kam es zum Neubau d(ies)er Marienkirche?

Wer von der Pfarrgemeinde St. Marien spricht, muss wissen, dass St. Marien, 1951 "zur Pfarrei erhoben", seit dem Beginn des Kirchenjahres 2008 / 2009 nicht mehr eigenständige Pfarrei ist, sondern "Bezirk St. Marien" in der fusionierten Kirchengemeinde St. Peter Waltrop.

Aus der Festansprache des Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Theo Buxel, beim Jubiläum 1983 zur 50. Wiederkehr des Tages der Kirchweihe, veröffentlicht im Pfarrbrief St. Marien Waltrop zu Weihnachten 1983:

<<Wie kam es zum Neubau d(ies)er Marienkirche?

Am 2. März 1903 begann der Preußische Staat mit dem Abteufen der Zeche Waltrop - im Osten der Gemeinde Waltrop - in Brockenscheidt.

In der Chronik der 1979 stillgelegten Zeche heißt es über Waltrop:

"Waltrop liegt im südöstlichen Zipfel des Landkreises Recklinghausen. Um die Jahrhundertwende zählte der Ort knapp 4000 Einwohner. Dominierender Wirtschaftszweig war die Landwirtschaft, denn viele Waltroper bestritten ihren Lebensunterhalt durch Ackerbau und Viehzucht. Industriebetriebe fehlten völlig. Die traditionellen Handwerksberufe waren allerdings in Waltrop vertreten. In diesen Betrieben konnten aber nur wenige Bürger Arbeit und Brot finden. Die Folge war, dass sich viele Waltroper mit ihren Familien zur Auswanderung entschlossen. Kennzeichnend für die Zeit um die Jahrhundertwende waren im Sog der industriellen Entwicklung wissenschaftlicher Fortschritt, Erfindungsreichtum und sozialer Wandel. Die ländliche Gemeinde Waltrop wurde von diesem Sog erfasst, sollte nun Bergbaustadt werden. Für die Bewohner hieß das Hoffnung auf Arbeit und Brot." (Aus der Chronik der Zeche Waltrop) ...

Theo Buxel fährt fort:
Gleichzeitig mit dem Neubau der Zeche wurden im Bereich der Velsen- und Taeglichsbeckstraße die ersten Wohnhäuser für die neuhinzugezogenen Bergleute der Zeche Waltrop gebaut.

Fronleichnamsprozession 1954
Fronleichnamsprozession 1954

Nach dem 1. Weltkrieg wurde diese Siedlung im Osten der Gemeinde Waltrop erweitert und ist noch heute unter dem Namen "alte Kolonie" bekannt. Mit der Fertigstellung dieses Siedlungsteils entstanden die ersten Geschäftshäuser an der Dortmunderstraße. Nach der Inflation begann die Zeche mit dem Neubau der sogenannten "neuen Kolonie" links der Dortmunderstraße. Da der größte Teil der sogenannten "Koloniebewohner" katholisch war, tauchte die Frage nach der religiösen Betreuung dieser Bewohner im östlichen Teil der Gemeinde auf. Einsichtige Frauen und Männer der Bevölkerung im östlichen Siedlungsbereich gründeten im August 1924, im Einverständnis mit der Pfarrgeistlichkeit von St. Peter, den "Kirchbauverein" für Brockenscheidt, Elmenhorst und Oberlippe.

Man begann sofort, für die neue Kirche zu sammeln. Ein großer Basar, ausgerichtet von allen Waltroper Standesvereinen, erbrachte im Jahre 1925 die stolze Summe von 3.000,– RM, die ganz dem Kirchbaufond zufloss.

Im Jahre 1927 schickte dann der Bischof von Münster, Dr. Johannes Poggenburg, dem sehr viel an dem Neubau der Kirche lag, den Vikar Heinrich Maikämper mit dem besonderen Auftrag nach Waltrop, den Neubau der Kirche vorzubereiten und auszuführen.

Im damaligen Kirchenvorstand von St. Peter gab es eine starke Partei, die sich gegen den Kirchenneubau und seine Notwendigkeit aussprach. Man sprach vom Neubau eines "Hungerturms" im Osten der Gemeinde Waltrop ...

Vikar Maikämper war ein Mann der Tat. Er räumte die Schwierigkeiten aus, besorgte ein Grundstück und zog auf die "Dörfer". Dort sammelte er Gelder für den Neubau der Kirche. Der unermüdliche Priester besuchte 75 Gemeinden des Münsterlandes, predigte über die Notwendigkeit eines Kirchenneubaus in einer Bergarbeitersiedlung und sammelte 65.000,–RM für den Neubau unserer Kirche.

Durch weitere Ausschüsse kamen ca. 100.000,–RM zusammen. Ohne die Mutterpfarrei weiter zu belasten, wurde dann am 23. Oktober 1932 der Grundstein gelegt. Bei der Grundsteinlegung erhielt die neue Kirche den Namen "Maria - Königin des Friedens".

Die Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Joseph Franke, Gelsenkirchen, gebaut. Die Bauausführung lag in den Händen des Waltroper Bauunternehmers Gerhard Neitemeier. Sämtliche anderen Nebenarbeiten wurden von Waltroper Firmen ausgeführt. Am 8. August 1933 war es dann soweit. Es war Kirchweih in Waltrop! Weihbischof Dr. Johannes Scheifers konsekrierte die Kirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Vikar Maikämper brachte das erste Meßopfer dar. Nach all seinen Mühen und Sorgen, sicher ein freudiges Ereignis. Vikar Maikämper betreute unsere Gemeinde bis zu seiner Ernennung als Pfarrer von Laer, im November 1933.
So weit Theo Buxel.

Text der Grundsteinlegungsurkunde, wie er in der von Fritz Dickmann, dem 1. Pfarrrektor von St. Marien, handgeschriebenen Chronik zu finden ist:

Grundstein im Portal der Kirche
Grundstein im Portal der Kirche

"Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit: des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Im Jahre des Heils 1932, im 12. Jahr des Pontifikates Sr. Heiligkeit, des Papstes Pius XI, als Dr. Johannes Poggenburg Bischof von Münster war, Franz Frommelt Pfarrer der Pfarrgemeinde Waltrop - St. Peter und Dechant des Dekanates Datteln, Heinrich Maikämper Vikar, Theodor Clairmont und Wilhelm Bündgens Kapläne, Dr. Paul Scheuten Leiter der Rektoratsschule und Franz Kleimann Kaplan im Laurentiushospital daselbst, als Paul von Hindenburg Reichspräsident war, Johannes Granowski Oberpräsident der Provinz Westfalen, Dr. Binder Landrat des Kreises Recklinghausen war, Alfred Brockhausen Bürgermeister des Amtes Waltrop, Johann Speckbrock Vorsteher der Gemeinde, Oberbergrat Max Spinn Direktor der Zeche Waltrop, Joseph König Rektor der Kolonieschule und August Frerichmann Lehrer der Schule Elmenhorst war, wurde von dem Hochwürdigen Domkapitular Heinrich Gieben in Münster am 23. Oktober, dem 23. Sonntag nach Pfingsten, der Grundstein zu dieser Marienkirche (sub titulo Regina pacis (unter dem Titel der Königin des Friedens) gelegt. Die Planung und Bauleitung liegt in den Händen des Architekten Joseph Franke in Gelsenkirchen, die Ausführung besorgt der hiesige Bauunternehmer Gerhard Neitemeyer. Die feierliche Grundsteinlegung findet statt in Gegenwart der Pfarrgeistlichkeit, des Kirchenvorstands, einer großen Zahl von Gläubigen aus der ganzen Pfarrgemeinde und der Vertreter des Amtes und der örtlichen Industrie.

Die Kirche wird gebaut in einer Zeit großer Geldknappheit und Arbeitslosigkeit infolge großen wirtschaftlichen Tiefstandes. Die Beschaffung der Bausumme, wozu in den Jahren 1924 bis 1928 ein Kirchbauverein den Grund legte, war erst nach Überwindung vieler Schwierigkeiten und vor allem nur dadurch möglich, dass 75 Pfarrer (davon 2 aus der Erzdiözese Paderborn) dem Vikar Maikämper die Kanzel ihrer Kirche für Kollektenpredigten überließen. Da die Kolonie der Zeche Waltrop mit den angrenzenden Gebäuden einen neuen Seelsorgebezirk bilden soll, ist die Kirche dringend notwendig.

Auf dass der Bau rüstig voranschreite zur Freude der Gläubigen und dass er bald ohne Unfall der Vollendung entgegengehe, wolle der Dreieinige Gott auf die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria, der Königin des Friedens, die Arbeit der Bauleute segnen. Wir flehen zu Gott, dass die neue Kirche viele zu Gott und zum katholischen Glauben zurückführe, welche in schwerer Kriegs- und Nachkriegszeit Schiffbruch am Glauben und christlicher Sitte gelitten haben.

Dieses Gotteshaus werde eine Stätte der Verherrlichung Gottes, ein Heiligtum der Regina pacis, den Bedrängten eine Quelle des Trostes und des Friedens und allen eine Pforte zum Himmel.

Vere non est hic aliud, nisi domus dei et porta caeli (Hier ist in Wahrheit nichts anderes als das Haus Gottes und die Pforte zum Himmel)."

Grundsteinlegung
Grundsteinlegung

I. Das Baptisterium von St. Marien

Wer aufmerksam auf St. Marien zugeht, wird zunächst aufmerksam auf die Bronze-Statue "Der Horchende", eine Arbeit von Heinrich Krautwald aus Rheine, die unmissverständlich darauf aufmerksam macht, dass, wer St. Marien betritt, etwas Wichtiges, Entscheidendes hören wird.

Der Horchende
Der Horchende

Sie macht Mut, aufmerksam zu werden auf die Botschaft, die - steinern gefasst - betont: DIES HAUS HEISST BETHAUS: DARIN EMPFÄNGT, WER BITTET. WER SUCHT, DER FINDET. WER ANKLOPFT, DEM WIRD AUFGETAN. (vgl. Mt 7,8;21,13) Sie macht auch Mut, etliche Hinweise zu sehen, die Grundvoraussetzung für die Zugehörigkeit zur Gemeinde, die TAUFE, ist.

1. Die Klinken des Hauptportals

Die Klinken des Hauptportals - geschaffen von Egino Weinert - zeigen das Motiv des lebendigen Wassers.

2. Die Glasflächen der Windfangtüren

Die Glasflächen der Windfangtüren - von Paul Reding gestaltet - künden mit den Motiven von Wasser und Feuer das tauftheologische WIEDERGEBOREN AUS DEM WASSER UND DEM HEILIGEN GEIST (vgl. Jo 3,5, Windfangtüren auf der nördlichen Seite) und die für alle Sakramente geltende KLAMMER, DIE HIMMEL UND ERDE VERBINDET, gekennzeichnet durch die Illustration des biblischen Motivs der Jakobsleiter (vgl. Gen 28, Windfangtüren auf der südlichen Seite).

3. Der Taufbrunnen

Der Taufbrunnenn - das Wasser- und das Lebensbaummotiv sowie der Aufbau auf dem Rand des Taufbrunnens sind von Paul Reding gestaltet - betont, dass es bei der Taufe um Lebensvermittlung geht. Der Aufbau ist eine Illustration einer Vision des Propheten Ezechiel (vgl. Ez 47), die sagt, unter der Schwelle des Tempels (mit der Gegenwart Gottes) strömt ein Wasser hervor, das mit seinen wunderwirkenden Eigenschaften eindeutig als Geschenk des lebenspendenden Gottes zu verstehen ist; die Inschrift am Rand des Taufbrunnens bestätigt das: FONS VIVUS - AQUA REGENERATIONIS - UNDA PURIFICANS - Lebendiger Quell - Wasser, das neues Leben schenkt - (Wasser-)Woge, die (von Sünden) reinigt.

Taufbrunnen
Taufbrunnen

4. Die Umschrift auf der Taufschale

Die Umschrift auf der Taufschale auf der - früher bei Taufen verwendeten - silbernen Taufschale an der Rückwand der Kirche sagt: LAVACRUM SALUTIFERUM - heilbringendes Bad.

Die Erstellung der Taufschale wurde übrigens möglich, weil im Jahre 1936 die Gemeinde Silberkreuze, -münzen, -kettchen und -bestecke gespendet hat; die Spenden wurden eingeschmolzen und umgestaltet zu einer Taufschale und -kanne.

Die Umschrift auf der Taufschale

5. Umgeben ist die Taufschale

Umgeben ist die Taufschale von acht von Paul Reding geschaffenen, bronzenen Medaillons, die verschiedene bibeltheologische Aspekte des Sakramentes der Taufe verkünden:

  • Taufe ist pfingstliches Geschenk des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1 - Viele sehen in dem obersten Medaillon auch eine Darstellung der Dreifaltigkeit und sehen sich erinnert an unsere evangelische Nachbargemeinde, die sich in der Dreifaltigkeitskirche zum Gottesdienst versammelt).
  • Taufe ist Geschenk des neuen Bundes - Wiedergeburt; die Präfation zur Taufwasserweihe in der Osternacht deutet die Sintflut als Reinigung, der Regenbogen ist bekannt als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen (vgl. Gen 9).
  • Wer getauft ist, ist mit Chrisam gesalbt, ist damit Christus, Christa, Christ (vgl. 1 Jo 2,27).
  • Taufe schenkt das Wasser, das Jesus der Frau am Jakobsbrunnen beschrieben hat: Wer dieses Wasser trinkt, wird nie mehr durstig sein (vgl. Jo 4).
  • Petrus ist als "Getaufter" zu verstehen, insofern er, im Zugehen auf Christus "in den Tod" des Wassers gesunken, von Christus aus dem Wasser ins Leben gehobenwurde (vgl. Mt 14,22 ff).
  • Das Jona-Motiv zeigt, was Taufe meint: Bewegung aus dem Tod ins Leben (vgl. das biblische Buch Jona, vgl. auch Mt 12,40).
  • Miriam tanzt nach dem Zug durch das Rote Meer, gerettet aus der Knechtschaft Ägyptens, und singt das Siegeslied am Schilfmeer (vgl. Ex 15).
  • Taufwasser ist das Wasser, das vor dem Verdursten rettet und so zum Leben verhilft - Mose schlägt an den Felsen, Wasser sprudelt hervor, so kann Israel leben (vgl. Ex 17).

6. Der von Egino Weinert geschaffene Osterleuchter

Der von Egino Weinert geschaffene Osterleuchter der die Osterkerze, das Bild des Auferstandenen, trägt, ist geschmückt von sechs biblischen Motiven, die auf das Verhältnis Gottes mit den Menschen hinweisen:
 

  • Der Geist des Schöpfergottes schwebt über den Wassern (vgl. Gen 1)
  • Die Sünde des Menschen - Adam und Eva - besteht darin, dass er Gott nicht Gott sein lassen will (vgl. Gen 3).
  • Der Mensch - Kain - beansprucht mit seinem Tun, Herr zu sein über Leben und Tod des Menschen (vgl. Gen 4).
  • Gott schließt den Bund mit Noah, der aus der Arche steigt (vgl. Gen 9).
  • Gott offenbart sich dem Mose als JAHWE - ICH BIN FÜR EUCH DA (vgl. Ex 3).
  • Die Kundschafter bezeugen das Gelobte Land, die Zukunft, den Himmel (vgl. Num 13).

7. Das Fenster von Walter Klocke

Das Fenster von Walter Klocke an der Nordseite der früheren Taufnische zeigt Christus, den Auferstandenen, zwischen (links) der Taufkerze und (rechts) dem Taufkleid.

Tauffenster
Tauffenster
weitere Fotos der Kirchenfenster finden Sie hier

8. Das Bild der 14. Station des Kreuzwegs

Das Bild der 14. Station des Kreuzwegs "Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.", an der Westseite der Taufnische gehört insofern zu den Hinweisen auf das Sakrament der Taufe, als nach Röm 6 die Taufe bedeutet, mit Christus begraben und so mit Christus zur Auferstehung berufen zu sein. Die Kreuzwegbilder sind von Egino Weinert.

14. Kreuzwegstation
14. Kreuzwegstation

9. Der Beichtraum

Gegenüber der früheren Taufnische ist der Beichtraum zu finden, der Ort der "mühsamen Taufe", die nach der Taufe einen weiteren Weg der Versöhnung mit Gott bietet. Vor dem Beichtraum ist eine kleine Skulptur von Egino Weinert - "Der barmherzige Vater" (vgl. Lk 15,11 ff) - zu finden, die die Versöhnung zwischen Gott und dem Sünder symbolisiert. Sie wie auch der Bronze-Engel von Bernd Cassau gegenüber steht auf einem Stück Original-Bergbau-Förderseil, von der KAB für unsere Kirche bereitet. Die Skulptur "Der barmherzige Vater" wurde der Gemeinde im Jahre 1999 geschenkt von der KAB St. Marien anläßlich des 50. Jahrestages der Gründung der KAB St. Marien.

Der Beichtraum
Der Beichtraum

10. Das Bild des Judas

Das Bild des Judas von Paul Reding am südwestlichen Ausgang der Kirche soll zeigen, dass - leider - auch das Judashafte zu unserer Kirche und zu den einzelnen Menschen gehört. Die Tatsache, dass das Bild des Judas in St. Marien hängt, soll Mut machen, die eigenen Fragwürdigkeiten zur Kenntnis zu nehmen und die - wie die Psychologen sagen - Schatten im Interesse einer ganzheitlichen Gesundheit /Genesung nicht zu leugnen / verdrängen.

II. Die Mariendarstellungen, die zu St. Marien gehören

Dass eine Mariengemeinde nicht zuletzt mit einem Marienbild aufmerksam macht auf die Bedeutung der Gottesmutter im Rahmen des universalen Heilswillens Gottes und des Erlösungswerkes Jesu Christi, wird niemanden wundern. So gilt seit vielen Jahren die sogenannte "Blaue Madonna" von Hans Dinnendahl an der Westseite des Kirchturms von St. Marien als eines der Kennzeichen der Kirche im Osten der Stadt Waltrop. Ältere Bürgerinnen und Bürger erinnern sich noch, dass die damalige Straßenbahnhaltestelle vor der Kirche "Blaue Madonna" genannt war. Eine der Besonderheiten dieses Marienbildes besteht darin, dass sie aus Keramik geschaffen wurde, was angesichts der klimatischen Verhältnisse unserer Breiten etwas problematisch ist; so sind mehrfach Teile der Oberfläche durch Feuchtigkeits- und Frosteinwirkungen abgeplatzt, was mehrfach einen auch finanziell aufwändigen Einsatz erforderlich gemacht hat.

Blaue Madonna
Blaue Madonna

In der handschriftlich von Pfarrrektor Fritz Dickmann verfaßten Chronik finden wir den Hinweis, dass die Nazis wegen einer geplanten größeren Nazi-Veranstaltung in Waltrop den Pfarrrektor aufgefordert haben, die "Blaue Madonna" (entartete Kunst) zu entfernen. Fritz Dickmann hat sich geweigert. In etlichen Nächten vor, während und nach der Nazi-Veranstaltung haben Männer der Gemeinde die "Blaue Madonna" bewacht, weil man einen Anschlag glaubte befürchten zu müssen.

Es gibt zwei weitere von Hans Dinnendahl geschaffene Mariendarstellungen:

Eine hängt nun im Vorraum zum großen Pfarrsaal. In den 70-er und 80-er Jahren des letzten Jahrhundert hing sie in der Kirche links neben den Stufen zum Altarraum, von vielen Betern immer wieder gekennzeichnet mit Blumen und brennenden Kerzen.

Madonna am Pfarrhaus
Madonna am Pfarrhaus

Eine zweite Darstellung hing viele - bis Anfang der 70-er - Jahre lang neben dem südwestlichen Ausgang der Kirche, wo sich heute der Beichtraum befindet, geschmückt mit brennenden Kerzen; ihr Holzrahmen zeigt auch heute noch eine durch die Flamme von Kerzen verursachte Brandstelle; sie hängt nun im Eingang des Pfarrhauses.

Zur Geschichte dieses Marienbildes gehört es, dass es im zeitlichen Rahmen mit der Neugestaltung der Kirche und des Altarraums Anfang der 70-er Jahre verschollen ging. Der damalige Küster, Organist und Chorleiter Leo Polarczyk hat es - wie er formulierte - "gerettet", zunächst - als eine Art Dauerleihgabe - am damaligen Küsterhaus und später auf dem Balkon seiner späteren Wohnung angebracht. Nach seinem Tod wurde es von seiner Familie wieder der Gemeinde übergeben.

Für die Marienverehrung der Gemeinde von größter Bedeutung wurde ab Anfang 1989 die Bronze-Skulptur "Maria - Sitz der Weisheit" der niederrheinischen Künstlerin Hildegard Bienen. Titel und Art der Darstellung beschreiben Maria in ihrer Rolle als "Magd des Herrn" (vgl. Lk 2); sie bietet sich an, Sitz, Thron für den zu sein, der die Weisheit ist, die, als Gott "die Erde (noch) nicht gemacht", ... Gottes Freude war Tag für Tag und "spielte vor ihm allezeit" und von sich sagt: "Meine Freude war es, bei den Menschen zu sein." (vgl. Spr 8); Sie präsentiert ihn, dass Menschen aufmerksam werden auf ihn, ihren Sohn.
 

Vielleicht ist es bezeichnend, dass Pastor Durkowiak bei seiner Einführungspredigt am 8. Oktober 1988, konfrontiert mit der vorgegebenen Sonntagslesung aus dem Buch der Weisheit (7,7-11), zu einer Marienverehrung zu ermutigen versuchte, die in Maria die beispielhafte Magd des Herrn sieht und den Sitz der Weisheit. Dass die Skulptur "Maria - Sitz der Weisheit" einmal das zentrale Marien-Kultbild für St. Marien werden würde, wusste damals noch niemand - auch der Prediger nicht.

Dass Maria auch auf einigen - von Egino Weinert geschaffenen - Kreuzwegbildern abgebildet ist - "Maria unter dem Kreuz", "Der Leichnam Jesu wird auf den Schoß seiner hl. Mutter gelegt", "Der Leichnam Jesu wird in Grab gelegt" -, gehört zu fast jedem Kreuzweg.

Weniger üblich ist es, dass die elf hohen Fenster in St. Marien allesamt insofern Marienbilder sind, als sie - von Walter Klocke gestaltete - Illustrationen von Anrufungen der Lauretanischen Litanei bieten: Morgenstern, Arche des Bundes, Königin der Jungfrauen, Turm Davids, Königin der Märtyrer (Südseite von vorn nach hinten);
Goldenes Haus, Pforte des Himmels, Ursache unserer Freude, Königin der Engel, Geheimnisvolle Rose, Königin des Friedens (Nordseite von vorn nach hinten).

Fenster mit Morgenstern
Fenster mit Morgenstern

Die letztgenannte Anrufung aus der Lauretanischen Litanei, "Königin des Friedens", ist der - vollständige - Titel der Kirche: MARIA REGINA PACIS, Maria, Königin des Friedens. So sagt es auch der Grundstein von St. Marien, der am 23. Oktober 1932 in das Portal der Kirche eingelassen wurde.

Am 21. September 2008, dem Sonntag nach dem Gedenktag der Schmerzen Mariens, wurde auf dem Kirchplatz feierlich eine Darstellung der Gottesmutter enthüllt und gesegnet, die unter dem Titel "Pieta" bekannt ist. Diese Darstellung zeigt Maria mit dem Leichnam ihres Sohnes, der ihr nach der Kreuzabnahme auf den Schoß gelegt wurde - so meditiert es christliche Tradition, so zeigt es die 13. Station der Kreuzwegmeditation. Solche Darstellung der Gottesmutter zeigt nicht nur die Solidarität Mariens mit allem Leid der Welt, mit der millionenfachen Erfahrung von Müttern auch in heutiger Zeit, sondern ermutigt auch, wie Maria und mit ihr alles Leid der Menschen - auch Zweifel und Wut - vor Gott auszubreiten und zu klagen. Vielleicht ist dieses Bild Mariens h e u t e ihr wichtigstes Bild.

Pieta auf dem Kirchplatz
Pieta auf dem Kirchplatz

III. Das "Tafelsilber" von St. Marien

Natürlich gibt es keine "Domschatzkammer St. Marien", die man besichtigen könnte. Aber es gibt einmalige Kostbarkeiten. Aus aktuellem Anlaß - später mehr dazu - sei hingewiesen auf einen Kelch aus den 30-er Jahren, der im Jahre 1933 in der Kulturbeilage einer Waltroper Zeitung vorgestellt wurde als typisches Beispiel eines Kunstwerks der 20-er und der 30-er Jahre. Diesen Kelch hat der Kirchen vorstand St. Marien jetzt - 2007- neu aufarbeiten / vergolden lassen, damit er auf Dauer der Gemeinde als würdiges "Zelebrationsgerät" zur Verfügung steht.

Der Kelch von 1933
Der Kelch von 1933

Ziborien
Ziborien

Es gibt - ehrlicherweise muss man sagen - es gab zwei Ziborien / Speisekelche, die zu St. Marien gehörten, die aber nach dem Konzil nur noch bedingt den liturgischen Anforderungen entsprachen. Der Kirchenvorstand hat sie umarbeiten lassen von dem Künstler / Goldschmied Bernd Cassau aus Paderborn. Ihm wurde die Aufgabe gestellt, die Ziborien so zu - heutigen liturgischen Anforderungen entsprechenden - Speisekelchen umzugestalten, dass sie stilistisch zu unserem Kelch aus den 30-er Jahren passen. Dieser Aufgabe ist er sehr wohl gerecht geworden.

Die Monstranz

Aus der von Pfarrrektor Fritz Dickmann handschriftlich verfassten Chronik:

"Am Tag der Kirchweihe soll die Marienkirche fix und fertig dastehen, sie soll nicht eine "Notkirche" sein. Er (Vikar Maikemper) denkt beizeiten an die Innenausstattung, an ... - alles zum Stil der Kirche passend - ... Monstranz und Speisekelch [beide aus den Werkstätten von Bach - Wild in Münster] ..."

Die Monstranz (Zeigegerät)
Die Monstranz (Zeigegerät)

Die Monstranz, "zum Stil der Kirche passend", ist sicher ein typisches Ergebnis der Kunst der dreißiger Jahre. Wie die Architektur der Kirche ist ihre Gestaltung nicht angelehnt an Kunstformen des 19. Jahrhunderts, die wesentlich orientiert waren an den Kunstformen der Romanik und der Gotik, sondern will Ausdruck des Lebens und Empfindens der Menschen der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts sein, will in eindeutiger Sachlichkeit die Funktion eines sakralen Gegenstandes darstellen, die Monstranz soll zeigen, worum es geht:

Die Monstranz sagt nicht so sehr, wie strahlend (Strahlenkranz) das Geheimnis der Eucharistie ist, sondern vielmehr, dass das Geheimnis der Eucharistie zutiefst verknüpft ist mit dem Geheimnis des Kreuzes. Der Fleischgewordene bietet sich dem Menschen durch das Geschehen am Kreuz als Nahrung an; der durch den Kreuzestod gebrochene Leib des Herrn ist das Brot, das der Welt Leben schenkt. Konsequenterweise hat die Monstranz nicht die Form des Strahlenkranzes, sondern die schlichte Gestalt des Kreuzes. Diese Gestalt sagt: der Christus, der sich im Zeichen des Brotes zeigt (Monstranz = Zeigegerät), ist derselbe, der solidarisch geworden ist mit den Menschen, wo immer sie dem Kreuz begegnen: in Krankheit und in den Beschwernissen des Alters, in Enttäuschung und Resignation, in Gefahr und in Angst, in Trauer und in Sorge, in Einsamkeit und im Gefühl der Gottverlassenheit, in Not und in der Erfahrung des Todes.

Die Monstranz zeigt, wem - unter anderen - diese Frohbotschaft zu verdanken ist: den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Ihre Bilder kennzeichnen den Stamm des Kreuzes der Monstranz.

Endlich lädt die Monstranz zur Anbetung ein:

BENEDICTUS, QUI VENIT IN NOMINE DOMINI (Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn)! Das jubelt der Schriftzug, der den Querbalken des Kreuzes der Monstranz kennzeichnet.

Die Frohbotschaft der Monstranz, dass sich im Kreuz der lebendige Christus zeigt, der Christus, der in der Erfahrung menschlichen Kreuzes Nahrung und Leben ist, diese Botschaft - Botschaft der Heiligen Schrift - ist sicher eine Frohbotschaft, die nicht nur in den dreißiger Jahren, sondern auch heute gültig ist.

Diese Frohbotschaft wird üblicherweise am Herz-Jesu-Freitag und natürlich bei der Prozession des Fronleichnamsfestes "gezeigt" (Monstranz = Zeigegerät).

So gilt die Einladung, die Monstranz anzuschauen und damit die Frohbotschaft zu schauen: IN CRUCE SALUS - Im Kreuz ist Heil. So sagt es ein zu St. Marien gehörendes Corporale, das "Tischtuch", auf dem die eucharistischen Gaben, der Leib des Herrn, Corpus Domini - deshalb Corporale - gelegt werden..

Zu ergänzen ist noch, dass die aus Silber getriebene Darstellung der Evangelisten und der Schriftzug an der vergoldeten Monstranz ursprünglich nicht vergoldet waren, was der Monstranz ihren eigenen Reiz verlieh. Der Goldschmied P., dem die Monstranz Anfang der neunziger Jahre zur Aufarbeitung anvertraut wurde, hat ärgerlicherweise diesen Reiz ignoriert und die gesamte Monstranz vergoldet. Die Vergoldung von den Evangelistendarstellungen und vom Schriftzug wieder abzubürsten, ist zwar durchaus möglich, aber recht aufwändig (teuer), wenn man Wert darauf legt, dass auch die Hammerstruktur auf den Buchstaben erhalten bleiben soll. Diese Information gab jedenfalls damals der Goldschmied, mit dem wegen der Verfälschung des Kunstwerkes Monstranz mächtig gestritten wurde, aber... Vielleicht findet sich ja irgendwann ein Sponsor, mit dessen Hilfe diese Verfälschung korrigiert werden kann.

Taufschale - Ciborium

Der Festrede von Theo Buxel zum 50-jährigen Jubiläum unserer Kirche ist zu entnehmen, dass man im Jahre 1936 ein neues Ciborium, einen neuen Speisekelch, benötigte. Für die Finanzierung hat man sich einen interessanten Weg einfallen lassen: Man hat die Gemeinde gebeten um Silberlöffel, -kettchen, -kreuzchen und -münzen, die man einschmelzen wollte, um damit ein Ciborium, einen Speisekelch, herstellen zu können. Bei dieser Aktion ist so viel Silber gesammelt worden, dass man nicht nur ein neues Ciborium erstellen konnte - vielleicht eines der Ciborien, die gerade umgearbeitet wurden, dass es stilistisch passt zu dem Kelch aus den 30er Jahren, von dem oben die Rede war -, sondern auch noch eine Taufschale und -schöpfkelle und kleine Gefäße für das Katechumenenöl und das Chrisam samt Tablett. Die wunderschöne, aber völlig unpraktische (zu flache) Taufschale befindet sich heute an der Rückwand der Kirche, umgeben von den oben beschriebenen Medaillons von Paul Reding. Das Ciborium findet sich - kürzlich, wie oben beschrieben, umgestaltet, ganz genau wissen wir es nicht - wieder in den wunderschönen Zelebrationsgeräten, die von Bernd Cassau aufgearbeitet / überarbeitet / umgestaltet wurden. Die kleinen Gefäße für die hl. Öle finden Verwendung zum Beispiel bei der Feier der Krankensalbung, wenn sie nicht in der Kirche gespendet wird.

Der Tabernakel


Zum "Tafelsilber" gehört auch der Tabernakel, - auch wenn er nicht aus Silber gefertigt wurde -, zumal er sehr individuell gestaltet ist: auf den Türen findet sich der Text einer Strofe des Eucharistie-Hymnus von Thomas von Aquin (+1274):

ECCE PANIS ANGELORUM

FACTUS CIBUS VIATORUM

VERE PANIS FILIORUM

NON MITTENDUS CANIBUS

- Seht, das Brot, der Engel Gabe, wird den Pilgern hier zur Labe, wahrhaft ist´s der Kinder Habe, nicht den Hunden werft es hin.

Der Tabernakel
Der Tabernakel

IV. Kostbarkeiten in St. Marien

"Der Große Gott von Waltrop"

Beim Blättern in Kunstkatalogen kann man durchaus auf Kreuzesdarstellungen stoßen, deren Bezeichnung das Element beinhaltet "Der Große Gott von ...". Die übergroße Darstellung des Gekreuzigten in St. Marien hat eine Aussagekraft, die einlädt, betrachtet zu werden. "Der Große Gott von Waltrop" sagt etwas aus über den Sieg des Kreuzes, den Sieg Jesu Christi über den Tod.

"Der Große Gott von Waltrop"
"Der Große Gott von Waltrop"

Als nach dem 1. Weltkrieg politische und gesellschaftliche Systeme zerbrachen, als Menschen sich bei aller Unsicherheit, in hier und da brutaler Verunsicherung umsahen nach einer Instanz, die verlässlich bleibt, auch nachdem Teile Europas durch den Weltkrieg und seine Folgen zu einem Trümmerhaufen geworden waren, da erinnerten sich Christen an den Gott, der seine Treue durchhält durch alle menschliche Sünde hindurch, durch jede Katastrophe hindurch und den Menschen die Frohbotschaft von seiner verlässlichen, bleibenden Gegenwart zusagt. Da begriffen die Menschen neu, dass Christus bei aller Schändung durch sein Leiden und Sterben vor etwa 2000 Jahren und auch bei aller Gottvergessenheit und Unmenschlichkeit des heutigen Menschen der große Gott, der König der Ewigkeit bleibt.

Im Jahre 1925 wurde durch Papst Pius XI das Christkönigsfest eingeführt, und Anfang der dreißiger Jahre konnte "Der Große Gott von Waltrop", von Hans Dinnendahl aus Lindenholz geschnitzt, in St. Marien seinen Platz finden als verlässliches Zeichen seiner Treue zu den Menschen.

Kreuzweg und Apostelleuchter

Sie sind aus Bronze, gestaltet von dem Kölner Künstler Egino Weinert. Hingewiesen sei auf eine Besonderheit: Es gibt wirklich sehr wenige Kirchen, deren Apostelleuchter gestaltet sind mit den Bildern der zwölf Apostel. St. Marien gehört zu diesen wenigen Kirchen.

Apostelleuchter
Apostelleuchter

Ein Blick in die Frömmigkeitsgeschichte der Kirche zeigt, dass der meditierte Kreuzweg zu unterschiedlichen Zeiten verschieden viele "Stationen" bevorzugte. In St. Marien hat man sich entschlossen, von der - in den letzten zumindest hundert Jahren klassischen - Vierzehnzahl der Stationen abzusehen.


Begründung für die Siebenzahl der Kreuzwegstationen in St. Marien:

- Es ist wichtig, von einer Station zur anderen gehen zu können, um so zumindest andeutungsweise dem Herrn auf seinem Weg meditativ folgen zu können. So blieb "kein Platz" für eine Vielzahl von Kreuzwegstationen.

- Es drängt sich geradezu auf, das Fenster in der ehemaligen Taufnische mit dem auferstandenen Christus - gestaltet von Walter Klocke - Ziel des Kreuzwegs sein zu lassen.

- Es bot sich unübersehbar an, den Zusammenhang zu sehen zwischen der Station der Grablegung des Herrn und der Botschaft, wie sie uns im Römerbrief des hl. Paulus begegnet. Dort heißt es: "Wir alle, die wir auf Christus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein."(vgl. Röm 6). So ist es gut, dass der Kreuzweg in St. Marien endet mit dem Bild des Auferstandenen und in erkennbarer Nähe zum Taufbrunnen, dem Ort des durch die Taufe Begrabenwerdens.

Der apokalyptische Christus

Der apokalyptische Christus (vor der Orgelbühne)
Der apokalyptische Christus (vor der Orgelbühne)

Es musste als echtes Defizit erfahren werden, dass in St. Marien lange Zeit kein eschatologisches Bild zu finden war, kein Bild vom verherrlichten, wiederkommenden Christus, von dem Christus, wie er im Advent ausdrücklich gefeiert wird. Seit 2001 gibt es an der Orgelbrüstung eine Darstellung von Paul Reding, wie sie in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird: Christus inmitten der sieben Leuchter, die die Gesamtkirche Jesu Christi (zur Zeit der Entstehung der Bibel) darstellen, mit einem Gesicht, das strahlend leuchtet wie die Sonne, mit einem zweischneidigen Schwert, das aus seinem Mund kommt als Hinweis darauf, dass ER Gut und Böse zu unterscheiden weiß und dass ER in Gerechtigkeit richtet die Lebenden und die Toten und damit verheißt, alles neu zu machen, alles zu vollenden, was heute noch sterblich und brüchig und unvollkommen und mit so vielen menschlichen Macken - auch in der Kirche - behaftet ist.

 
Die "Brotschalen" (zur Austeilung der hl. Kommunion)
 
Anfang des neuen Jahrtausends wurden sehr angemessene Angebote aus einem Prospekt für Kirchenbedarf angenommen. Leider hat es nicht nur außergewöhnlich lange gedauert, bis endlich die Brotschalen zugestellt wurden, sondern es zeigte sich auch, dass die Vergoldung mangelhaft war. Die Reklamation wurde zwar respektiert, aber leider waren auch die korrigierten Schalen nicht völlig fehlerfrei. Ein energischer Brief mit dem Hinweis, dass unter solchen Umständen ja nicht der volle Preis angemessen sei, hat dazu geführt, dass keine neue Rechnung geschrieben wurde, was zwar nicht wirklich angemessen ist, aber wohl ohne schlechtes Gewissen angenommen werden kann. St. Marien kann sich Sonntag für Sonntag an den genannten Brotschalen freuen.

Die "Brotschalen" (zur Austeilung der hl. Kommunion)  Die "Brotschalen" (zur Austeilung der hl. Kommunion)
Die "Brotschalen" (zur Austeilung der hl. Kommunion)

Das Weihrauchfaß

Wenn es auch nicht sehr häufig zum Einsatz kommt, ist das Weihrauchfaß ein wichtiges Utensil für den Gottesdienst auch in St. Marien. Es ist aus Kupfer gestaltet, sehr schlicht, dem Stil der Kirche entsprechend. Es ist ein Utensil, das sichtbar macht, was mit dem Gebet der Gläubigen geschieht: Es steigt auf vor die Gegenwart des lebendigen Gottes.

Weihrauchständer
Weihrauchständer

In Taizé, in der Kirche der ökumenischen Brüdergemeinschaft, kann man erleben, dass vor dem Gottesdienst jemand durch den Raum schreitet mit einem Weihrauchfaß und damit dem Kirchenraum mit dem Duft des Weihrauchs eine eindeutige Prägung verleiht: Jeder erfährt über den Geruchsinn, worum es beim Gottesdienst gehen soll: um etwas nicht Alltägliches, um die Begegnung mit dem lebendigen Gott.


Bei den St. Marien-Beerdigungen spielt Weihrauch eine wichtige Rolle, damit deutlich wird, dass ein Verstorbener / eine Verstorbene nicht etwa "entsorgt" wird, sondern mit dem Zeichen des Weihrauchs geehrt und so menschlich, feierlich, christlich bestattet wird, nicht zuletzt, weil sein / ihr Leib "Tempel Gottes" war.

Damit auch (nicht nur) Kinder sich beteiligen können an dem Verbrennen von Weihrauch, lädt sie zu verschiedenen Gelegenheiten eine Art Stövchen in einer von Bernd Cassau gestalteten bronzenen Weihrauchschale ein, einige Weihrauchkörner auf die glühende Kohle zu legen. Diese Schale steht auf einem von der KAB St. Marien gebauten Ständer, der - wie die Ständer für die Skulpturen "Barmherziger Vater" und "Engel" im "Baptisterium" - gestaltet ist u. a. aus einem Stück Original-Förderseil und so die Verbundenheit der Gemeinde mit dem Bergbau symbolisiert. Es ist immer wieder erstaunlich und erfreulich, beobachten zu können, mit welchem Ernst, mit welcher Andacht Kinder Weihrauchkorn für Weihrauchkorn einzeln auf die glühende Kohle fallen lassen. Was sie so tun, ist bester, intensivster Gottesdienst im engeren Sinn des Wortes.

Weihrauchschale
Weihrauchschale

V. Weitere Besonderheiten in St. Marien

Der Altar

Am 1. Februar 1997 hat in einer bewegenden Feier Regionalbischof Dr. Josef Voß den derzeitigen Altar konsekriert. In mehreren Prozessionen wurden von verschiedenen Gruppen der Gemeinde Weihwasser und Weihrauch, Chrisam und Altartücher, Brot und Wein für die Eucharistie zum Altar getragen, unterstützt und gedeutet von einer Gruppe von Frauen, die - einstudiert von Frau Anke Riemer - einen eindrucksvollen liturgischen Tanz Teil der Verkündigung sein ließ.

Vorausgegangen war eine Zeit der Vorbereitung der Gemeinde, während derer verschiedene biblische Aspekte des Altars meditiert wurden; so hingen zwölf von Gemeindegruppen gestaltete Bilder in der Kirche, die an verschiedene biblische "Altargeschichten" erinnerten.

Der Wunsch nach einem neuen Altar war im Grunde der Wunsch nach einem Altarraum, in dem die einzelnen "liturgischen Orte" so gestaltet sind, dass sie ein harmonisches Ganzes ergeben.

Auf Vorschlag der Kunstkommission des Bistums Münster haben wir uns an den Künstler Georg Ahrens gewandt und ihn um einen Entwurf zur Neugestaltung unseres Altarraums gebeten. Sein (Gips-)Modell für den möglichen neuen Altar war überzeugend, doch sollte allein der fertige Altar - er sollte aus Marmor oder Muschelkalk gehauen werden - knapp 200.000 DM kosten. Ohne lange Beratung hat der Kirchenvorstand den Künstler für seine - ich betone ausdrücklich: ausgezeichnete - Planungsarbeit entlohnt und dann nach Alternativen gesucht. Mehrere Gespräche mit dem Generalvikariat und Herrn Diözesanbaudirektor Georg Wendel haben dazu geführt, dass der Kirchenvorstand den Entwurf von Herrn Wendel annahm. Dieser Entwurf sah als Material nicht mehr Marmor oder Muschelkalk vor, sondern Ahorn-furniertes Holz und Granit. Herr Innenarchitekt Peter Limberg hat daraus einen Altar gebaut, der an Würde und Adel einem Marmor-Altar sehr wohl ebenbürtig ist. Mit dem Altar wurden Ambo, Tabernakelstele, Priestersitz und weitere Sitzgelegenheiten nach dem Entwurf von Georg Wendel - harmonisch mit dem Altar korrespondierend - gebaut.

Übrigens: Der im Vergleich zum Ahrens-Entwurf äußerst günstige Preis von etwa 20.000 DM (für Altar, Ambo, Tabernakelstele und Sitzgelegenheiten) erklärt sich nicht zuletzt daraus, dass Herr Wendel auf ein Künstler-Honorar verzichtet hat und Herr Limberg im Interesse unserer Gemeinde vermutlich kaum etwas an seiner wundervollen Arbeit hat verdienen wollen. Danke!

Eingelassen in den genannten Altar wurden die Reliquien, die 1933 in den 1974 abgerissenen "Hochaltar" einemauert wurden. Leider wurden diese Reliquien gestohlen/herausgebrochen. So mußte der Bischof um andere Reliquien gebeten werden. Diese - Reliquien der hl. Ursula und der hl. Faustina - wurden im Jahre 2003 durch Kreisdechant Heinrich Westhoff feierlich in den heutigen Altar eingefügt.

Die Glocken Die sechs Glocken unserer Kirche sind relativ jung. Sie wurden erst in den 1940-er und 1950-er Jahren in unseren Glockenturm gehängt. Doch gab es Glocken seit dem Jahr 1933.

Der von Fritz Dickmann, dem ersten Pfarrrektor von St. Marien, handschriftlich verfaßten Chronik, ist zu entnehmen:

"Das Glockengeläute, 3 Bronze-Glocken, wurde von der Glockengießerei Petit & Edel brock in Gescher hergestellt. Ende Juli 1933 wurden die Glocken feierlich geweiht unter Teilnahme der ganzen Gemeinde und dann im Turm montiert.

1. Glocke G Marienglocke, 671 kg, Inschrift: Sancta Maria, Regina pacis, ora pro nobis, ut pax Domini sit semper nobiscum ( Heilige Maria, Königin des Friedens, bitte für uns, dass der Friede des Herrn immer mit uns sei.). A. D. 1933.

2. Glocke B, Paulusglocke, 365 kg, Inschrift: Alle Zungen sollen bekennen: Jesus Christus ist der Herr. St. Paulus an die Phil. 2,11. 1933.

3. Glocke C, Barbaraglocke, 260 kg, Inschrift: Heilige Barbara, schütze die Bergleute, steh bei den Sterbenden.

Die so beschriebenen Glocken gibt es nicht mehr.

Fritz Dickmann berichtet handschriftlich - hier und da heute unleserlich - unter der Überschrift "1942":

"15. Februar (Qinquagesima) Heute haben wir in der Abendandacht um 5 Uhr Abschied genommen von unseren 3 Glocken ... In den nächsten Tagen sollen sie von einem besonderen Arbeitskommando vom Turm heruntergeholt werden und sollen in den Krieg ziehen. Die Pfarrkirchen dürfen vorläufig 1 Glocke behalten; Kirchen ohne Vermögensverwaltung (Rektoratskirchen, St. Marien war damals Rektoratskirche) müssen alle Glocken abgeben. Die Gläubigen sind tief erschüttert über diese ... (?). Es sind ja "ihre" Glocken, für die sie ihre Gaben gespendet, bei ihrer Weihe sie zugegen gewesen sind. Jetzt schon, nach 9 Jahren, werden sie ihrer Gemeinde wieder genommen. Die Andacht ist gut besucht. Der Rektor hält eine Ansprache, dann Gebet für die großen Anliegen der Zeit, sakramentaler Segen, dann feierliches Geläut der Glocken zum Abschied. Die Gemeinde verharrt in tiefem Schweigen in der Kirche. Es ist gut, dass nur der allwissende Gott die Herzen der ...(?) durchschaut und ihren geheimsten Glauben kennt.

19. Februar. — (?) Das Arbeitskommando kommt, um die Glocken abzumontieren. Noch einmal kurzes Geläute! Dann werden sie heruntergeholt. Die beiden kleineren Glocken, St. Paulus und St. Barbara, sind leicht herunterzuholen. Die Glocke der Friedenskönigin widersetzt sich. Man findet keine Öffnung, so groß, dass man sie unbeschädigt herunterholen könnte. Mit Genehmigung der Behörde, wird sie oben auf dem Turm mit schweren Hämmern in Stücke geschlagen. Wie sie wimmert und klagt und stöhnt unter den schweren Schlägen! Ein leises Weinen geht durch die ganze Gemeinde, als die Gläubigen die Schläge hören. In vielen Bruchstücken wird sie dann heruntergetragen. Die Kinder suchen einen kleinen Splitter von der Glocke "Friedenskönigin" zu erhaschen. Ob uns das alles zum Frieden dient? Wir können nur beten: " Regina pacis, ora pro nobis, ut pax domini sit semper nobiscum."

Wilhelm Kaldenhoff (1949 - 1965), nach Fritz Dickmann (1933-1944) und Alois Stiens (1944 - 1949) der 3. Pfarrrektor - und seit 1951 Pfarrer - galt als Glockenexperte. Nicht zuletzt seiner Initiative ist es zu verdanken, dass St. Marien mit sechs Glocken ausgestattet ist, was angesichts der Größe und der Bedeutung von St. Marien völlig ungewöhnlich und auch wenig angemessen ist, aber heute sehr gern genutzt und auch genossen wird.
 
 
Festzuhalten ist:
Es gibt sechs Glocken im Turm von St. Marien:

St. Barbara C

St. Barbara C´´ mit der Aufschrift: Hl. Barbara, schütze die Bergleute, stehe bei den Sterbenden

 

1949 Gescher Westfalen, Petit & Edelbrock

St. Michael H

St. Michael H´ mit der Aufschrift: Beschütz mit deinem Schild und deinem Schwert, St. Michael, die Kirche, den Hirten und die Herd.


1952 Pfarrer Willy Kaldenhoff zu seiner Einführung als 1. Pfarrer an St. Marien zu Waltrop gestiftet von Franz Bielefeld, Recklinghausen

St. Maria A St. Maria A´ mit der Aufschrift: Sancta Maria, regina pacis, ora pro nobis, ut pax domini sit semper nobiscum (Heilige Maria, Königin des Friedens, bitte für uns, dass der Friede des Herrn immer mit uns sei.) 1949
St. Paulus G St. Paulus G´mit der Aufschrift: Alle Zungen sollen bekennen: Jesus Christus ist der Herr. St. Paulus an die Philipper, 1949
St. Josef E St. Josef E´ mit der Aufschrift: Lass Jung und Alt, lass Groß und Klein in deine Treu befohlen sein, St. Joseph, 1952
Christus König C Christus König C´mit der Aufschrift: Christus König der Liebe und des Friedens

1933 -1958, zum 25-jährigen Bestehen der St. Marien-Gemeinde Waltrop unter Pfarrer Willy Kaldenhoff geg. v. Feldmann u. Marschel

Diese Glocke wurde am 10. August 1958, zwei Tage nach dem 25. Jahrestag der Konsekration der Kirche, in den Turm gehängt.

"Fürbittwand"

An der Nordwand der Kirche befindet sich eine kleine Vitrine, in der ein handgeschriebenes Buch die Namen der Gefallenen des 2. Weltkriegs aus Waltrop nennt. Vitrine und Buch sind Pfr. Kaldenhoff anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums (5. April 1955) geschenkt worden.

"Fürbittwand"
"Fürbittwand"

Über der Vitrine nennen vier von Anke Riemer gestaltete Tafeln hinter Glas die Namen der aktuell Getauften, der Kommunionkinder, der Gefirmten, der Brautleute und der Ehejubilare sowie der Verstorbenen der Gemeinde.

Alle genannten Namen laden ein zu dankbarem Gedenken und zur Fürbitte.

 "Themenwand"

Die östliche Wand, die das Kirchenschiff gegenüber dem Altarraum abschließt, macht aufmerksam auf die jeweilige Kirchenjahreszeit bzw. auf bestimmte Ereignisse. So findet sich dort der Adventskranz oder (zu Ostern) das von Eva Maria Pauly "gehardangerte" Taufkleid, zu Beerdigungen ein Bild von Wolfgang Büse, das Raupen und Schmetterling darstellt als Hinweis, dass "das Vergängliche sich mit Unvergänglichkeit bekleidet und das Sterbliche mit Unsterblichkeit" (vgl. 1 Kor 15,54), in der liturgisch "grünen" Zeit ein textiles Bild, das ein Labyrinth zeigt, oder ein Holzrelief von Ernst Asshoff (+), das das Meditationsbild des Nikolaus von Flüe anschauen läßt, zum Kirchweihfest eine strenge graphische Darstellung des himmlischen Jerusalem mit den zwölf immer offen stehenden Toren, mit den zwölf Grundsteinen, auf denen "die Namen der zwölf Apostel des Lammes verzeichnet" (vgl. Apk 21) sind.

Auf der anderen Seite des Aufgangs zum Altar machen - je nach Kirchenjahreszeit - ein großes Engelbild (Entwurf: Paul Reding) und verschiedene Spruchbänder von Cäcilia Braukmann mit verkündigenden "Merksätzen" aufmerksam auf die Vielschichtigkeit christlicher Frohbotschaft. Aus der selben "Werkstatt" stammen verschiedene andere Bilder und Fahnen.

Spruchbänder
Spruchbänder

"Ökumenischer Bereich"

Am östlichen Ende der Nordwand des Kirchenschiffes finden sich eine kleine Statue, die St. Ludgerus darstellt, und mehrere Reliefs, die auf die Patrozinien der evangelischen und katholischen Kirchen Waltrops hinweisen: St. Peter, St. Laurentius, Dreifaltigkeit, Arche (inzwischen abgerissen), St. Paulus (Patron des Doms in Münster). Sie betonen bei aller Zerrissenheit der Kirche die unleugbare Zusammengehörigkeit vieler Gemeinden in der einen Kirche Jesu Christi.

Ökumenischer Bereich
Ökumenischer Bereich

St. Barbara

Im Jahre 2006 wurde der KAB für St. Marien von einem Waltroper Unternehmen ein Bild der hl. Barbara von Wolfgang Büse geschenkt. Es hängt an der Wand, die den Taufbereich trennt vom nördlichen Seitengang. St. Barbara, die Patronin der Bergleute, ist auch dargestellt in dem großen Rundfenster von Walter Klocke auf der Südseite der Kirche - gegenüber ist St. Christophorus dargestellt; endlich macht auch die Barbaraglocke aufmerksam auf die enge Verbundenheit der Gemeinde St. Marien mit dem Bergbau.

St. Barbara Fenster Linolschnitt
St. Barbara Fenster Linolschnitt

Die Orgel

Es muss eine Art "trotziger" Hoffnung gewesen sein, die dazu geführt hat, dass "mitten im Krieg" am 6. Juni 1943 in St. Marien eine Orgel geweiht werden konnte - im Jubiläumsjahr 2008 gehörte sie so 65 Jahre zu St. Marien. Seit der Konsekration der Kirche waren zehn Jahre vergangen; inzwischen hatte die Gemeinde kräftig gespart - immer in der Sorge, dass das Material für den Orgelbau für den Krieg beschlagnahmt werden könnte - wie das mit den Glocken 1942 ja geschehen ist. Die zweimanualige Orgel wurde errichtet von der Orgelbaufirma Breil in Dorsten und hat die damals stolze Summe von 13.500,00 RM gekostet.

Die Disposition der Orgel:

Hauptwerk (I. Manual)
1. Mixtur 4-fach 1 1/3´
2. Rauschquinte 2-fach 2 2/3´ + 2´
3. Hohlflöte 4´
5. Rohrflöte 8´
6. Prinzipal 8´
7. Quintadena 16´

Schwellwerk (II Manual)
8. Quintqtön 8´
9. Gedackt 8´
1o. Salicional 8´
11. Blockflöte 4´
12. Prinzipal 2´
13. Sesquialtera 2-fach
14. Zimbel 2 - 3-fach 1´
15. Kopftrompete 8´

Pedalwerk
16. Subbaß 16´
17. Quintadena 16´ (Transmission)
18. Prinzipal 8´
19. Gedackt 8´
20. Octave 4´
21 Stille Posaune 16´

 

Totenampel

Am 2. November 2008, dem Fest Allerseelen, wurde auf dem Kirchplatz von Dechant Klemens Schneider eine Totenampel gesegnet - sie wurde von Paul Reding entworfen, von Bernhard Braukmann nach der Lösung etlicher Probleme aufgemauert -, eine Säule in Kreuzesform, in die immer dann ein Licht gestellt wird, wenn ein Verstorbener der Gemeinde St. Marien "über Erden steht". Angehörige von Verstorbenen sollen erfahren: zwischen Todestag und Beerdigungstag signalisiert nicht nur unsere Glocke mit dem Namen Josef ( s. o.), die in christlicher Tradition häufig "Totenglocke" ist, sondern auch das Licht in der Totenampel, dass St. Marien der Verstorbenen gedenkt.

Totenampel auf dem Kirchplatz
Totenampel auf dem Kirchplatz

 

VI. Akzente außerhalb der Kirche und des Kirchplatzes

Kreuzweg auf der Zechenhalde

Kreuzweg auf der Zechenhalde
Kreuzweg auf der Zechenhalde

Informationen zum Kreuzweg finden Sie hier

Denkmal zum Waltroper Nazi-Frauenlager

Denkmal zum Waltroper Nazi-Frauenlager Künstler Paul Reding
Denkmal zum Waltroper Nazi-Frauenlager
Künstler Paul Reding

 

Ergänzungen folgen
 

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