MÄnners

Männer kriegen keine Kinder,
Männer kriegen dünnes Haar,
Männer sind auch Menschen,
Männer sind etwas sonderbar,
oh Männer sind so verletzlich,
Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich.

Männer haben‘s schwer, nehmen‘s leicht,
außen hart und innen ganz weich,
werden als Kind schon auf Mann geeicht
 Wann ist ein Mann ein Mann?
Herbert Grönemeyer

 

Männers

Weil auch wir uns damit beschäftigen, wie Männer eigentlich so sind, gibt es seit 2006 die Gruppe „Männers“ in der Gemeinde St. Peter. Das sind und wollen wir:

  • Wir sind ein Treffpunkt für Männer, die über ihren eigenen Tellerrand hinausblicken und sich als katholische und evangelische Christen mit Gott und der Welt auseinandersetzen
  • Wir unternehmen gemeinsam etwas und fragen uns, was ‚Mannsein’ heute so ausmacht
  • Wir treffen uns einmal im Monat, in der Regel am letzten Montag des Monats um 20Uhr im „Haus der Begegnung“
  • Wir bringen uns alle ein
  • Wir sind offen für Neue und jeder ist herzlich eingeladen, herein zu schnuppern
  • Neugierig geworden? Weitere Informationen gibt es bei:
    • Hermann Hölscheidt, Tel.0171-4453553; Email: hermann [dot] hoelscheidtatkab-muenster [dot] de
    • Und hier ist unser aktuelles Jahresprogramm

Was uns (neben Herbert Grönemeyer’s „Männer“) z.B. auch bewegt, findet sich im nachfolgenden Auszug „Für Wanderer und Krieger - Männergebete“ von Peter Modler:

Man(n) betet nicht

Wenn ich mit Männern über ihre berufliche Zukunft rede, wundere ich mich oft über die einfachen Ideen, die viele von ihrer Laufbahn haben. Sie stellen sie sich merkwürdig stromlinienförmig vor, linear, störungsfrei, irgendwie wirkt es zurecht gedacht. Hier ein tolles Zeugnis, da ein passgenaues Praktikum, diese Aufgabe, jene Beförderung und schon stoße ich vor zur Spitze der Pyramide. Aber was will ich da eigentlich? So etwas sein wie ein kindlicher König, dessen Spielzeuge nur teurer und aufwendiger geworden sind, als sie es seinerzeit im Kinderzimmerwaren?
Ein erwachsener Mann kann viele Lebenswege wählen. Natürlich kann er sich auch für den Aufenthalt in kindlichen Welten entscheiden. Genau das ist es ja auch, was Männern heute von ihrer gesamten Umwelt in den industrialisierten Ländern empfohlen wird. Es läuft auf einen etwas beschränkten Materialismus hinaus: der Sportwagen, von dem du seit deiner Pubertät immer geträumt hast; ein Gehalt, das dir Ferien in jedem Luxusort der Welt ermöglicht; ein Waschbrettbauch, den dir dein Fitness-Studio verschafft hat; Digitalschnickschnack hier, Markenklamotten dort, wechselnde Beziehungen mit schönen Frauen, kurz: ein Leben in Unreife und Harmlosigkeit.
Spätestens ab vierzig dämmert Männern langsam, dass so ein Große-Buben-Leben doch nicht alles gewesen sein kann, was ein Mann mit seiner Energie und Intelligenz auf Erden tun kann.
Die Tabus früherer Zeiten haben wir heute nicht mehr. Über Techniken der sexuellen Befriedigung kann man auch mit Unbekannten bei jedem Barbesuch reden. Aber sobald jemand anfängt, religiöse Fragen einzugestehen oder gar sich für alte spirituelle Traditionen zu interessieren, erfolgen Abstoßungsreaktionen. Als so etwas wie ein Fundamentalist dieser oder jener Konfession möchte man dann doch nicht gelten. Reden wir lieber über die Börsenkurse, über die Nullen an der Regierung oder über das tolle Dekolletee da hinten. Aber über meine Seele? Über eine Berufung? Über das, was bleiben wird von uns?
Kirchen sind für viele Männer exotischere Orte geworden als die entlegensten Szenekneipen. Wenn überhaupt, dann haben die meisten Männer eine Kirche zum letzten Mal wegen ihrer Kinder betreten (wenn sie welche haben), vielleicht waren auch eine Hochzeit oder eine Beerdigung der Anlass. Das waren dann auch die letzten Gelegenheiten, bei denen sie noch mit den Worten eines Gebets in Berührung kamen. Vermutlich jedes Mal ein etwas bizarres und fremdes Erlebnis. Die gehörten Begriffe klangen merkwürdig nach Vergangenheit und schienen mit ihrem eigenen Leben wenig bis gar nichts zu tun zu haben. Tatsächlich gibt es seit langem eine Bewegung in den westlichen Ländern, die Männern das Gefühl vermittelt, dass hier jedenfalls nicht ihr Platz ist. Eher noch scheint es der von Frauen zu sein, Sie haben unermüdlich und zu Recht (!) darauf aufmerksam gemacht, dass sie in christlichen Gottesdiensten und Feiern mit ihrem Geschlecht auch vorkommen möchten. Nun kommen Frauen (und Kinder) in einem Ausmaß vor, dass viele Männer endgültig wegbleiben. Was sollen sie noch hier? Man kann so viel nützlichere Dinge tun.
(aus: Peter Modler, Für Wanderer und Krieger, Männergebete, Herder 2004, S. 8 ff)

Ansprechpartner/in: